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Skill oder Rolle? Ein Plädoyer für mehr Trennschärfe

In der Debatte um die „Skill-based Organization“ verschwimmen oft die Begrifflichkeiten. Ein Vorschlag, wie wir durch eine klarere Unterscheidung zwischen Können und Tun mehr Orientierung gewinnen.

📆 Datum: 30.12.2025

⏰ Lesezeit: ca. 4 Minuten

👉 Autor: Kai Platschke

Der Trend zur fähigkeitsbasierten Organisation verspricht Agilität, sorgt aber oft für Begriffsverwirrung. Während viele Ansätze Skills und Rollen synonym verwenden, schlagen wir eine differenziertere Betrachtung vor: Skills als das persönliche „Gepäck“ und Rollen als die „Verantwortung im Team“. Dieser Perspektivwechsel ist kein Gesetz, kann aber helfen, Erwartungen klarer zu kommunizieren und die Personalentwicklung gezielter anzugehen.

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Kernaussagen

  • Perspektivwechsel: Betrachte Skills als Attribute einer Person und Rollen als Anforderungen des Systems.

  • Kompetenzstufen: Skills lassen sich gut in Levels (Junior bis Pro) messen, während Rollen eher binär „besetzt“ oder „verantwortet“ werden.

  • Komplexitäts-Check: Große Begriffe wie „Projektmanagement“ lassen sich oft besser als Rollen beschreiben, die ein Set an Einzelskills erfordern.

  • Diskussionsangebot: Die Trennung hilft dabei, im Team darüber zu sprechen, wer welche Verantwortung übernimmt, anstatt nur über theoretische Wissens-Inventare.

  • Flexibilität: Ein solches Modell erlaubt es, Rollen dynamisch anzupassen, ohne jedes Mal das gesamte Skill-Profil eines Mitarbeiters umzuschreiben.

Ein Trend auf dem Prüfstand

Die „Skill-based Organization“ ist derzeit in aller Munde. Viele Unternehmen hoffen, durch den Fokus auf reine Fähigkeiten starre Jobtitel aufzubrechen und flexibler zu werden. Das hat eine ganze Industrie an Skill-Management-Plattformen hervorgebracht. Doch in der Praxis beobachte ich oft eine gewisse Ratlosigkeit: Wo hört die Fähigkeit auf und wo fängt die eigentliche Aufgabe an?

Ein Vorschlag zur Güte: Die begriffliche Trennung

Kürzlich sprach ich mit Vertretern einer Skill-Plattform und stellte fest, dass wir dieselben Wörter für unterschiedliche Konzepte nutzen. Dort wurde „Projektmanagement“ als Skill geführt. Mein Impuls war: „Moment, für uns ist das eine Rolle.“

Natürlich kann man darüber streiten, und es gibt gute Argumente für beide Seiten. Doch wir haben bei teamdecoder die Erfahrung gemacht, dass es hilft, hier eine klare Linie zu ziehen – nicht als starres Dogma, sondern als Orientierungshilfe:

  1. Skills sind das, was eine Person besitzt (z.B. Wissen über eine Software, eine Programmiersprache oder eine Moderationstechnik).

  2. Rollen sind das, was eine Person im Kontext des Teams besetzt und wofür sie die Verantwortung übernimmt.

Warum diese Unterscheidung helfen kann

Wenn wir Projektmanagement nur als „Skill“ listen, besteht die Gefahr, die dahinterliegende Verantwortung zu unterschätzen. Um die Rolle eines Projektmanagers auszufüllen, muss ich meistens ein ganzes Bündel an Skills mitbringen: Kommunikation, Zeitmanagement und vielleicht das Wissen über ein spezifisches Tool wie Jira oder Asana.

Die Rolle ist quasi der „Container“ für die Verantwortung. Ein Mitarbeiter kann einen Skill (z.B. Python-Programmierung) auf einem „Pro-Level“ besitzen, aber im Team gerade die Rolle des „Mentors“ für Junioren einnehmen. Hier wird deutlich: Der Skill ist die Befähigung, die Rolle ist die aktuelle Funktion.

Entwicklungspfade neu denken

Dieser Ansatz bietet eine spannende Grundlage für Entwicklungsgespräche. Statt nur zu fragen „Welche Fortbildung willst du machen?“, könnte man fragen: „Welche Rolle möchtest du in Zukunft im Team ausfüllen?“. Daraus ergibt sich dann ganz logisch, welche Skills dafür noch aufgebaut oder vertieft werden müssen.

Das ist wohlgemerkt ein Modell-Vorschlag. Jedes Team muss für sich entscheiden, ob diese Granularität hilft oder zu komplex ist. Wir glauben jedoch, dass diese Klarheit dabei hilft, Missverständnisse bei Verantwortlichkeiten zu vermeiden und das „Skill-Chaos“ in geordnete Bahnen zu lenken.

Zusätzliche Informationen

  • Deloitte Insights: The skills-based organization
    Ein tiefer Einblick in die Chancen und Herausforderungen des Skill-Fokus.
    Link zum Artikel

  • Corporate Rebels: Burn the Job Description
    Ein provokanter Blick darauf, wie Rollen die klassische Stellenbeschreibung ersetzen können.
    Link zum Artikel

  • Josh Bersin: The Skills-Based Organization
    Eine kritische und fundierte Analyse des Marktes für Skill-Technologien.
    Link zum Blog

FAQ

  1. Was ist der Hauptunterschied?
    Ein Skill ist eine persönliche Kompetenz (Können), eine Rolle ist eine Funktion mit Verantwortung im Team (Tun).

  2. Ist diese Trennung ein Gesetz?
    Nein, es ist ein Modell-Vorschlag, der vielen Teams hilft, Verantwortlichkeiten schärfer zu definieren.

  3. Kann eine Rolle aus nur einem Skill bestehen?
    Selten. Die meisten Rollen erfordern eine Kombination aus Hard-Skills, Soft-Skills und Erfahrung.

  4. Wie hilft teamdecoder dabei?
    teamdecoder fokussiert auf das Rollen-Management, um Klarheit im Team zu schaffen, während Skills als "Befähiger" dienen.

  5. Wie starte ich?
    Definiere erst die Rollen, die dein Team zum Erfolg braucht, und liste dann die nötigen Skills pro Rolle auf.

🚀 Möchten Sie Ihr Team zukunftssicher machen?
teamdecoder hilft Ihnen, Klarheit, Resilienz und hybride Kollaboration zwischen Menschen und KI aufzubauen.


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